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TEIL 2
Das Atmen des Waldes

Als Hannah wieder festen Boden unter den Füßen spürte, war er weich und feucht, und ein fremder Duft stieg ihr in die Nase: schwer, süß, durchzogen vom Geruch nasser Erde und reifer Blüten.


Sie öffnete die Augen und blickte hinauf in ein Dach aus Blättern, so dicht und vielschichtig, dass der Himmel nur in schmalen, goldenen Streifen zu sehen war. Überall um sie herum zirpte und summte es, als würde der Wald in tausend kleinen Stimmen miteinander sprechen.


Langsam richtete sie sich auf.


Die Luft war warm und dicht auf ihrer Haut, ganz anders als zuhause. Riesige Farne breiteten sich zu beiden Seiten aus, Lianen hingen wie geduldige Seile von den Ästen, und irgendwo in der Ferne rief ein Vogel mit einer klaren, fremden Stimme.

Hannah drehte sich um.


Das Portal war verschwunden.


Für einen Moment stand sie still und spürte, wie die Unsicherheit in ihr aufstieg, doch sie zwang sich, ruhig zu atmen. Wenn sie eines gelernt hatte, dann, dass Panik selten half.

Also begann sie zu gehen.


Vorsichtig setzte sie einen Fuß vor den anderen, schob Blätter zur Seite, tastete sich über Wurzeln hinweg. Jeder Schritt ließ das Laub leise rascheln, und manchmal huschte ein kleines Tier zwischen den Pflanzen davon, schneller, als sie es erkennen konnte.


Der Wald war lebendig, aber nicht feindlich, das wusste und spürte sie.

Je weiter sie ging, desto mehr hatte sie das Gefühl, dass er sie beobachtete, nicht bedrohlich, sondern neugierig, als würde er prüfen, wer sie war und warum sie hierhergekommen war.


Nach ein paar Minuten veränderte sich etwas.


Zwischen dem Zirpen und Summen hörte sie einen anderen Klang,gedämpft zunächst, kaum mehr als ein Hauch.

Stimmen.


Menschliche Stimmen.

Hannah blieb stehen und lauschte.

Ihr Herz begann schneller zu schlagen, diesmal aus Hoffnung. Sie folgte dem Geräusch, bahnte sich vorsichtig ihren Weg durch das Dickicht, bis das Grün lichter wurde und das Sonnenlicht heller auf den Boden fiel.


Und dann trat sie aus dem Dschungel hinaus.

Vor ihr lag ein kleiner Innenhof, ruhig und sonnenwarm, eingerahmt von einem schlichten Haus mit hellen Wänden und einem Dach aus roten Ziegeln. Bunte Stoffe hingen über einer Leine, Blumentöpfe standen entlang der Mauern, und in der Mitte des Hofes war ein kleiner Pool, in dessen Wasser sich das Sonnenlicht brach.

Zwei Menschen standen dort.


Ein Junge mit dunklen Haaren stand in einem abenteuerlichen Outfit im Hof. Neben ihm stand eine junge Frau mit langen Locken, die sich angeregt mit dem Jungen unterhielt.

Beide erstarrten, als sie Hannah bemerkten.


Es war ein stiller, fast feierlicher Moment: drei Fremde, die einander musterten, während im Hintergrund ein Windstoß durch die Bäume fuhr.


Hannah war sich plötzlich sehr bewusst, wie unerwartet sie hier auftauchen musste. Sie war einfach so aus dem Dschungel gekommen, fremd gekleidet, mit einem Amulett, das leise an ihrer Haut ruhte.

„Hallo“, sagte sie schließlich, ihre Stimme vorsichtig, aber freundlich.

BALD KOMMT TEIL 3
BALD KOMMT TEIL 3

… und damit auch ein neues Fundstück!

Also : Augen offen halten und neugierig bleiben!

… und damit auch ein neues Fundstück!

Also : Augen offen halten und neugierig bleiben!